Bewusstsein- völlig überschätzt

von Bertold Durst

25.05.2022

Der Mensch charakterisiert sich seit eh und je durch seine Bewusstseinsfähigkeit – die wir Tieren weitgehend absprechen. Was versteht man heute- aus naturwissenschaftlicher Sicht - unter Bewusstsein?


Als Biologe sehe ich die unbewussten, „tierlichen“, geistigen Fähigkeiten deutlicher. Daraus ergibt sich zunächst die Frage: Was versteht man heute (naturwissenschaftlich) unter Bewusstsein? Es gibt nur Annäherungen.

Die Bereiche sind sehr eng miteinander verknüpft und eine Hauptschwierigkeit ist auch aus naturwissenschaftlicher Sicht, „Ich“, „freier Wille“, „Bewusstsein“, „Entscheidung“ usw. klar zu trennen.

Im persönlichen und gesellschaftlichen Rahmen stellt man bei genauerem Hinsehen fest, bei wie vielen Handlungen wir nicht in der Lage sind, bewusst / rational zu handeln. Das möchte ich an Beispielen ausführen und in einen größeren Kontext stellen.

Meine These lautet: Wir entscheiden viel mehr unbewusst als uns bewusst ist und das ist kein Fehler, sondern eine Qualität.

 

Details zum Angebot

Art des Angebots

  •  Impulsreferat mit anschließender Diskussion
  •  Vortrag

Ausstattung und Kosten

Welche Ausstattung wird für den Kurs benötigt?

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  •  Es entstehen Fahrtkosten
  •  Es entstehen keine Materialkosten

Erfahrungen des Experten

Seit meinem Studium Anfang der 70er Jahre beschäftige ich mich mit Neuro- und Verhaltensbiologie.

Die Diskussion um die Gehirnfunktion, bildgebende Methoden, den freien Willen, Konstruktivismus in der Pädagogik habe ich intensiv verfolgt und an verschiedenen Stellen (VBIO, Vorträge, Diskussionen) begleitet.

Ich mache bei Kompetenzen teilen mit, weil mich die Idee begeistert, meine Erfahrungen und Erkenntnisse auch als Pensionär weitergeben zu können. Die intensive Beschäftigung mit einem Thema und die möglichst lebendige, konsistente Aufarbeitung sind für mich mindestens so anregend wie für die TeilnehmerInnen. Seit 2017 habe ich viele Menschen kennengelernt, die mit Interesse neue Gedanken aufnehmen und hoch motiviert darüber diskutieren. Ich würde mich freuen, wenn wieder viele Gruppen zusammenkommen und ich die eine oder andere Einladung erhalte.

Meine Themen entspringen: meinen eigenen Interessen und Erfahrungen (Genetik, Verhaltensbiologie, Evolution, Bionik), teilweise langjährigem Unbehagen über einseitige Darstellungen (Altern, Sterben, Sterbehilfe, Schöpfung) und aktuellen Diskussionen in der Gesellschaft (Enhancement, Leihmütter, Wissenschaftrezeption). Naturwissenschaft – bei mir Biologie – und Philosophie sowie Religion werden oft gegeneinander gestellt. Manche empfinden Naturwissenschaft als (Ersatz-)Religion. Andere bezweifeln viele ihrer Aussagen als „Meinung unter anderen“. Manche atheistische Wissenschaftler bekämpfen Religion als Konkurrenz. Die Erkenntniswege sowie Aussagekraft von Naturwissenschaft und Religion sind grundsätzlich verschieden und sollten beide gewürdigt werden. Auseinandersetzungen laufen (im Prinzip) ebenfalls völlig unterschiedlich.
Ich möchte durch sachliche, lebendige, an aktuellen Problemen orientierte Vorträge und Diskussionen dazu beitragen, dass diese Unterschiede klar werden. Ich glaube, dass unsere christlichen Kirchen viel intensiver in diesen Diskussionen auftreten sollten. Grundsätzliche menschliche Fragen müssen unter den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen neu durchdacht und vielleicht anders beantwortet werden. In meinen Vorträgen möchte ich anregen, Entwicklungen in Gentechnik, Hirnforschung, Anti-Aging u.v.a.m. aus verschiedenen Richtungen zu betrachten und zu beurteilen.

 

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